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Fussreflexzonen: die Karte erklärt und was dahinter steckt

Kurz gesagt

Die Fussreflexzonen-Karte teilt die Fusssohle in Felder ein, die jeweils einem Körperteil oder Organ zugeordnet werden: die Zehen dem Kopf, die Mitte der Sohle den Bauchorganen, die Ferse dem Becken. Die Massage dieser Zonen tut vielen Menschen gut und entspannt. Dass sie über die Zonen Organe beeinflusst oder Krankheiten behandelt, ist durch Studien nicht belegt.

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Woher die Fussreflexzonenmassage kommt

Die heutige Form geht auf den amerikanischen Arzt William Fitzgerald zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Körper in Längszonen einteilte. Die Masseurin Eunice Ingham übertrug das System in den 1930er Jahren auf die Füsse und zeichnete die ersten Karten. In Deutschland wurde die Methode vor allem durch Hanne Marquardt bekannt. Sie ist heute ein fester Bestandteil vieler Wellness-Angebote und wird auch in der Pflege eingesetzt.

Die Karte im Überblick

Je nach Schule unterscheiden sich die Karten im Detail. Das Grundprinzip ist aber bei allen gleich: Der Fuss wird wie ein verkleinertes Abbild des Körpers gelesen, mit dem Kopf vorn bei den Zehen und dem Becken hinten an der Ferse.

  • Zehen: Kopf, Gesicht, Nebenhöhlen, Augen und Ohren. Die Grosszehe steht meist für Kopf und Nacken.
  • Zehenballen: Brustkorb, Lunge, Schultergürtel.
  • Fussgewölbe, oberer Teil: Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse.
  • Fussgewölbe, unterer Teil: Darm, Nieren.
  • Ferse: Becken, Hüfte, Ischiasbereich.
  • Innenkante des Fusses: die Wirbelsäule, von der Halswirbelsäule am Grosszehenballen bis zum Steissbein an der Ferse.
  • Aussenkante: Schulter, Ellenbogen, Knie.

Der rechte Fuss steht in diesem System für die rechte Körperhälfte, der linke für die linke.

So läuft eine Behandlung ab

Eine klassische Sitzung dauert 30 bis 60 Minuten. Sie liegen oder sitzen bequem, die Füsse werden zunächst gewärmt und mit einfachen Streichungen gelockert. Danach arbeitet die Behandlerin oder der Behandler mit dem Daumen in kleinen, raupenartigen Bewegungen über die Zonen. Empfindliche Stellen werden länger gehalten. Am Ende steht wieder eine ruhige, ausstreichende Phase.

Viele Menschen empfinden die Behandlung als sehr entspannend. Manche Stellen können unangenehm sein. Das gilt in der Lehre als Hinweis auf das zugeordnete Organ, ist aber oft einfach eine empfindliche Stelle am Fuss.

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Was die Forschung sagt

Eine systematische Übersicht hat 18 randomisierte Studien zur Fussreflexzonenmassage ausgewertet, unter anderem zu Asthma, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Diabetes und Krebs. Nur fünf Studien zeigten ein positives Ergebnis, und gerade die methodisch besseren Studien fanden meist keinen Nutzen. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die beste verfügbare Evidenz eine Wirkung der Fussreflexzonenmassage auf eine Krankheit nicht überzeugend zeigt.

Das heisst nicht, dass eine Fussmassage nichts bringt. Sie kann entspannen, warme Füsse machen und sich einfach gut anfühlen. Nur die Annahme, dass man über eine Zone am Fuss gezielt ein Organ behandelt, ist wissenschaftlich nicht gestützt.

Fussreflexzonen zu Hause massieren

  1. Füsse in warmem Wasser oder mit einer Wärmflasche vorwärmen.
  2. Ein paar Tropfen Massageöl oder eine reichhaltige Creme verwenden.
  3. Die Sohle mit beiden Daumen von der Ferse zu den Zehen ausstreichen.
  4. Mit dem Daumen in kleinen Schritten über die Sohle wandern, an angenehmen Stellen etwas verweilen.
  5. Jede Zehe einzeln sanft drehen und ausstreichen.
  6. Zum Schluss den ganzen Fuss mit beiden Händen umfassen und kurz halten.

Zehn Minuten pro Fuss reichen. Mehr zur klassischen Fussmassage steht in Fussmassage: Anleitung und Wirkung.

Fussmassagegerät statt Hände

Wer abends keine helfenden Hände zur Verfügung hat, kann ein Gerät nutzen. Fussmassagegeräte arbeiten mit Rollen, Luftkissen und oft Wärme und massieren die ganze Sohle. Eine Reflexzonenbehandlung ersetzen sie nicht, aber sie lockern müde Füsse zuverlässig. Die Modelle finden Sie unter Fussmassagegeräte. Auch viele Massagesessel haben Fussrollen, mehr dazu in Massagesessel mit Fussreflexzonenmassage.

Wann Sie vorsichtig sein sollten

Bei Venenentzündung, Thrombose oder Verdacht darauf, offenen Wunden, Pilzinfektionen, frischen Verletzungen und Fieber sollten die Füsse nicht massiert werden. In der Schwangerschaft, bei Diabetes mit Gefühlsstörungen in den Füssen und bei Polyneuropathie klären Sie die Massage vorher mit Ärztin oder Arzt. Zur Polyneuropathie gibt es einen eigenen Beitrag: Fussreflexzonenmassage bei Polyneuropathie.

Häufige Fragen

Kann man mit Fussreflexzonenmassage Krankheiten erkennen?

Nein. Eine empfindliche Stelle am Fuss sagt nichts Verlässliches über ein Organ aus. Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.

Wie oft ist eine Fussreflexzonenmassage sinnvoll?

Als Entspannung so oft, wie es Ihnen guttut. Ein- bis zweimal pro Woche ist ein üblicher Rahmen.

Zahlt die Krankenkasse eine Fussreflexzonenmassage?

In der Regel nicht. Einige Zusatzversicherungen erstatten einen Teil bei Behandlung durch Heilpraktikerinnen oder Heilpraktiker. Fragen Sie vorher bei Ihrer Versicherung nach.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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